Investition in umweltschonende Technologien: Karwendel-Werke Huber nehmen neues Blockheizkraftwerk in Betrieb

Karwendel04.11.2015 // Gemeinsam mit Josef Schweinberger, Erster Bürgermeister in Buchloe, hat Werkleiter Stefan Halmel heute das neue Blockheizkraftwerk der Karwendel-Werke Huber offiziell in Betrieb genommen. Der Eröffnung im feierlichen Rahmen nahmen auch Christian Arlt, Geschäftsführer schwaben regenerativ, sowie Günther Hein, Vorstand des Anlagenbauers AGO, teil.

Als Familienunternehmen in dritter Generation ist bei den Karwendel-Werken Huber eine nachhaltige Unternehmensführung integraler Bestandteil der Firmenkultur. Ein wichtiger Baustein ist gerade in der energieintensiven Milchverarbeitung ein gewissenhafter Umgang mit natürlichen Ressourcen. Aus diesem Grund hat die Molkerei drei Jahre nach einem ersten erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerk nun eine zweite Anlage auf dem Firmengelände Buchloe errichtet.

Effizient und ressourcenschonend
Über diese Investition sind die Karwendel-Werke nun in der Lage, 90 Prozent der vom Unternehmen in den Milchverarbeitungsprozessen benötigten Menge an Wärme über eine so genannte Kraft-Wärme-Kopplung herzustellen. Anders als bei konventioneller Dampferzeugung im Großkessel wird bei diesem Verfahren der Brennstoff in Gasmotoren verbrannt, die Generatoren antreiben. So werden Wärme und Strom zeitgleich und unter vollständiger Nutzung der entstehenden Abwärme hergestellt. So können die nun insgesamt fünf Gasmotoren der beiden Blockheizkraftwerke pro Betriebsstunde begleitend zur Wärme auf höchst effiziente, ressourcenschonende Weise mehr als 3000 Kilowattstunden an Strom erzeugen – eine Menge, die dem Jahresverbrauch eines Durchschnittshaushaltes entspricht. Auch vermindert sich das mit der Strom- und Wärme-Erzeugung für Karwendel verbundene Aufkommen an CO2 um insgesamt 4.800 Tonnen jährlich. Anschaulich erklärt: In jeder Betriebsstunde erspart Karwendel der Umwelt 615 Kilogramm CO2 – eine Menge, die beispielsweise ein Diesel-Mittelklasse-PKW bei 4.000 Kilometern Autobahnfahrt ausstößt.

Wichtiger Beitrag zur Nutzung erneuerbarer Energien
Der Nutzen des neuen Kraftwerkes geht jedoch über die ressourcenschonende Erzeugung von Strom und Wärme für Karwendel hinaus: Während die bisherige Anlage seit ihrer Fertigstellung Anfang 2012 ausschließlich Energie für den Eigenbedarf der Karwendel-Werke liefert, ist das Betriebskonzept der neuen Anlage darauf ausgerichtet, die Funktionsfähigkeit des umgebenden öffentlichen Stromnetzes zu unterstützen. Für diesen Zweck arbeiten die Karwendel-Werke eng mit schwaben regenerativ als Partner zusammen.

Als Betriebsführer bindet schwaben regenerativ die neue Anlage von Karwendel ebenso wie weitere Kraftwerke, die von dem Unternehmen betreut werden, in den Regelenergiemarkt ein. Dadurch können die Betreiber des regionalen Stromnetzes das Karwendel-Kraftwerk gezielt zur Entlastung des Netzes nutzen. Bedeutsam ist dies insbesondere mit Blick auf die zunehmende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie Windkraft oder Photovoltaik, da dort die Menge der eingespeisten Energie starken Schwankungen unterliegt. Steht beispielsweise aufgrund der Wetterlage besonders viel Energie aus diesen Quellen zur Verfügung, so wird auf Verlangen der Netzbetreiber die Leistung des neuen Blockheizkraftwerkes der Karwendel-Werke zurückgefahren. Die Molkerei bezieht dann anstelle der Energie aus Eigenproduktion regulären Fremdstrom vom Markt und entlastet damit das Stromnetz. Gerade durch solche Mechanismen wird es möglich, den Energiebezug in Deutschland vermehrt auf erneuerbare Ressourcen umzustellen und dafür nur ein Minimum an Stromtrassen zur Umverteilung erstellen zu müssen. Das neue Blockheizkraftwerk produziert also nicht nur Wärme und Strom für die Herstellung von Frischkäse- und Quarkspezialitäten, sondern leistet darüber hinaus einen maßgeblichen Beitrag zur Nutzung erneuerbarer Energien, zum Umweltschutz und dem Erhalt der Kulturlandschaft.